Das Deutschlandlied

Das „Deutschlandlied“, geschrieben von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1841, hat eine bewegte Geschichte und besteht aus insgesamt drei Strophen. Obwohl das Lied in seiner Gesamtheit aus drei Strophen besteht, wird heutzutage nur die dritte Strophe als Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland gesungen. In diesem Blogartikel möchten wir dir einen Einblick in die verschiedenen Strophen des Liedes und die Gründe geben, warum nur die dritte Strophe heute offiziell verwendet wird.

Die Entstehung des „Deutschlandliedes“

Hoffmann von Fallersleben schrieb das „Deutschlandlied“ auf der damals britischen Insel Helgoland. Die Melodie stammt von Joseph Haydn und wurde ursprünglich für das Kaiserquartett komponiert. Das Lied sollte die Sehnsucht nach einem vereinten Deutschland ausdrücken, das zu dieser Zeit in viele kleine Fürstentümer zersplittert war.

Die Strophen des „Deutschlandliedes“

Erste Strophe:

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt:
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Die erste Strophe betont die Einheit Deutschlands und die Bedeutung des Zusammenhalts. Historisch gesehen wurde diese Strophe jedoch während des Nationalsozialismus missbraucht und mit aggressivem Nationalismus in Verbindung gebracht.

Zweite Strophe:

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang.
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang.

Die zweite Strophe hebt kulturelle Elemente hervor und betont die Schönheit und Bedeutung deutscher Traditionen. Auch diese Strophe wird heute nicht mehr offiziell gesungen.

Dritte Strophe:

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand;
Blüh‘ im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!

Die dritte Strophe, die heute als Nationalhymne dient, betont die Werte der Einigkeit, des Rechts und der Freiheit. Diese Strophe wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewählt, da sie die demokratischen und friedlichen Werte der Bundesrepublik Deutschland am besten repräsentiert.

Warum wird nur die dritte Strophe gesungen?

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 wurde entschieden, dass nur die dritte Strophe des „Deutschlandliedes“ als Nationalhymne verwendet wird. Der Missbrauch der ersten Strophe durch das NS-Regime führte dazu, dass diese stark negativ belastet ist. Die Entscheidung für die dritte Strophe spiegelt den Wunsch wider, sich von dieser belasteten Vergangenheit zu distanzieren und die demokratischen Werte eines vereinten Deutschlands zu betonen.

Ein anschauliches Beispiel hierfür sind Sportveranstaltungen wie die Bundesliga und die Europameisterschaft. Bei diesen Ereignissen wird vor den Spielen immer die dritte Strophe der Nationalhymne gesungen. Diese Praxis symbolisiert die Einheit und die gemeinsamen Werte der Nation, während gleichzeitig die historischen Belastungen der ersten beiden Strophen vermieden werden. Somit wird auch auf internationaler Bühne ein modernes und weltoffenes Deutschland repräsentiert.

Fazit

Das „Deutschlandlied“ ist ein bedeutender Teil der deutschen Geschichte und Kultur. Mit der Fokussierung auf die dritte Strophe wird die Hoffnung auf Einigkeit, Recht und Freiheit als Grundlage für das moderne Deutschland betont.

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